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Fette Fänge am Freitag

Nach einer eher durchwachsenen Woche des Vogelfanges (insgesamt hatten wir nur acht Runden mit mehr als zwei gefangenen Vögeln und die meisten davon am Ende der Woche; gesamte Individuenzahl war 133), hatten dafür die letzten 31 Stunden es in sich! Das Rechnerprogramm, das für die Eintragung der Messungen bei der Beringung benutzt wird, zeigte oft an, dass das Gewicht “außerhalb der Toleranz” lag – bei vier Vögeln mit einer Fettstufe 6 und dazu weiteren acht Individuen mit der Fettstufe 4 oder 5 zeigt sich doch deutlich, dass Arten wie Rauchschwalbe, Teich- oder Schilfrohrsänger zum Zug bereit sind. Am Samstag erreichte dann eine Mönchsgrasmücke den Rekord mit einer Fettstufe von 7!

Ein weiterer “fetter” Fang – leider aber nur hinsichtlich des Sensationswertes (und nicht hinsichtlich der Energiereserven) – konnten wir ebenfalls am Freitag im ersten Kontrollgang machen. Ein junges Tüpfelsumpfhuhn konnte gerade so noch im Netz gehalten (es flog schon einmal aus dem Netz heraus) und mit zur Beringungsstation genommen werden.
Zu Beginn der Woche wurde allerdings mit Grünspecht und Gartenrotschwanz auch schon ein Wunsch erfüllt und in der allerletzten Kontrolle am Samstag wurde dann auch der dritte Wunsch nach einem Eisvogel erfüllt – direkt doppelt mit zwei Eisvögeln an einem ungewöhnlichen Netz: sie hingen beide in der hinteren Anlage direkt am Eingang.
3x hatten wir auch eine Bekassine am oder im Netz – leider haben wir sie nicht fangen können. Einmal drehte sie 30cm vor dem Netz in einer andere Richtung ab, das zweite Mal flog sie von einer Netztasche raus und in die nächste rein, bevor sie wieder rausflog und an einem weiteren Netz abprallte und entgültig wegflog und beim dritten Mal lag sie ruhig im Netz, aber flog dann aus dem Netz heraus, als sie beim
ersten Kontrollgang angeleuchtet wurde.

Highlight der Woche – ein junges Tüpfelsumpfhuhn

Weiße Flecken am Körper verraten die Art und am Kopf das Alter

Zwei junge Gimpel – möglicherweise Brüder?!

Neben diesen Fängen gab es vor allem vom Besichtigungsturm aus auch ziehende Vögel zu bestaunen. Kormorane, Kraniche, Wespenbussarde, Baum- und Wanderfalken sowie Baumpieper, Krickenten und Schafstelzen haben die längeren Pausen ohne gefangenen Vogel sehr versüßt.
Versüßt haben uns die Woche auch viele Besucher/Innen und die Pflaumen- und diverse Apfelbäume an der Station, dessen Früchte wir in Form von Kompott, Kuchen oder Crumble genießen durften.

Am Ende war es eine schöne, sehr abwechslungsreiche Woche in der Reit!

Wolfgang, Jean-Louis & Behrend

Eine abwechslungsreiche Woche – in jeder Beziehung…

Viel Wind, viel Sonne, etwas Regen, viel Besuch, viele ruhige Stunden auf dem Turm, Tage mit vielen Vögeln, Tage mit wenig Vögeln – abwechslungsreich beschreibt unsere Woche mit Sicherheit am Besten.

Wir haben 212 (30 verschiedene Arten) Vögel beringt. Insgesamt sicher nicht überragend, aber sehr erfreulich, dass fast die Hälfte unserer beringten Vögel Teich- und Sumpfrohrsänger waren. Dazu noch einige Schilfrohrsänger und zu unserer Begeisterung 4 Drosselrohrsänger!

DrosselrohrsängerLangsam setzen die Zugvögel auch merklich Fettreserven an, so dass wir bereits mehrfach Fettklasse 6 vergeben konnten.

Ansonsten hatten wir die üblichen Verdächtigen in den Netzen. Viele Dorn- und Klappergrasmücken, einige Blaukehlchen und Eisvögel, eine Stockente und eine wild mausernde Sperberdame!

SperberDie restliche Zeit haben wir vergnügt mit diversen Nebentätigkeiten verbracht: Fangstege ausmähen, Backgammon spielen, Schlemmen, großartigem Besuch … wie immer lässt es sich bei jeder Wetterlage hervorragend aushalten in der Reit.

ReitEindeutig das Highlight der Woche war unser kleiner “Spezialauftrag”. Wir durften mit einem Bagger den Parkpatz und die Einfahrt ausbessern. Nach kurzem Einfahren ging es los und Nils hat stundenlang gebaggert und gerüttelt bis alles Material verteilt war. Diese Zusatzoption für den Traumurlaub in der Reit buchen wir jederzeit wieder gerne :)!

BaggerVielen Dank für die schöne Zeit! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Nils und Anne

 

Bernhards zweite Woche – Teil 1

Da sich seit dem letzten Blogeintrag von Samstag (15.8.2015) die Ereignisse auf der Reit  regelrecht überschlagen haben, möchten wir euch schon nach drei Tagen wieder mit einem neuen Beitrag erfreuen.
Um die Spannung noch ein wenig aufrecht zu erhalten beginnen wir aber mit zwei eher normalen aber dennoch interessanten Beobachtungen der letzten Tage:

1.) Es haben Fänglinge mit sehr großen subkutanen Fetteinlagerungen merklich zugenommen. Heute in der Früh haben wir sogar einmal Fett 8 vergeben. Das bedeutet, dass der untersuchte Vogel auf der gesamten Brust, dem Abdomen und auf den Körperseiten überall konvex aufgewölbte Fettpolster angelegt hat, die nur auf dem Brustmuskel noch ein ganz kleines Fenster offen lassen. Im Extremfall ist auch dies nicht mehr gegeben. Dies ist die höchste Fettklasse auf der Skala nach Kaiser.

2.) Möchten wir euch hier noch ein Foto von sehr deutlich ausgeprägten Wachstumsstreifen auf den Steuerfedern eines Teichrohrsängers präsentieren. Diese Streifung kommt durch strukturelle Unterschiede der unterschiedlichen Teile der Feder zustande. Dies kann beispielsweise durch eine schlechte Ernährungssituation zu einer bestimmten Zeit in der Wachstumsphase der Federn entstehen.
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So, nun wird es aber ernst: Am Sonntag fingen wir am Vormittag endlich einen Grünspecht nach dem wir schon mehrere in den Netzgassen gesehen hatten. Es war ein adultes Männchen und die Freude war bei der gesamten Stationsbesetzung groß! Letztes Jahr wurde ebenfalls einer gefangen, davor ist der letzte Grünspecht aber im Jahr 2009 ins Netz gegangen. Also ein ganz besonderer Fang für die Station!
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Aber es kam noch besser: Gestern fingen wir NOCH einen Grünspecht. Dieses Mal war es ein Diesjähriger! Fehlt also nur noch ein Weibchen ;-)…IMG_9882 (650x433)
Am Sonntag gab es aber noch mehr Action: Zunächst einmal ein altes Buchfink-Männchen aus dem Jahre 2011.
Aber dann kam sie: DIE SPERBERGRASMÜCKE (eine diesjährige)!
Für andere Stationen zwar eine nette Art aber nicht unbedingt die Sensation: Ein Blick in die Beringungsdaten zeigt aber–>die letzten Sperbergrasmücken auf der Reit wurden 2002, also vor 13 (!) Jahren gefangen. Damals waren es gleich 2 gewesen.
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So, das war es vorerst mal, aber die Woche ist ja noch lange nicht rum:-)…
Danke, liebe Pia für die tollen Fotos!
Liebe Grüße von Pia, Lara, Flo und Bernhard!