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Laubsänger und Laubsammler

Voller Motivation und Tatendrang freuten wir uns auf die nächste Nullrunde, in der wir mal wieder Unmengen an Laub aus den Netzen sammeln durften. November eben… Was macht man da schon außer Laubsammeln und Apfelkuchen essen?! Beim übereifrigen Laubsammeln störte uns kurz ein komischer “Zilpzalp”, der ganz nebenbei eingetütet wurde und nach getaner Laubsammlerarbeit fachmännisch auch als ein solcher beringt wurde. Als uns der komische “Zilpzalp” durch eine kurze aber in aller Vehemenz vorgetragene Lautäußerung auf unseren Fehler aufmerksam machte, brach für einen Augenblick die blanke Panik aus. Nach kurzer Recherche und Vergewisserung war klar, unser “Zilpzalp” ist Hamburgs erster Dunkellaubsänger.

Dunkellaubsänger

In Wirklichkeit konnte unser fachmännisches Personal natüüürlich auf den ersten Blick die Artdiagnose stellen und erfreute sich ebenfalls an gleich drei Eisvögeln in einer Kontrolle und weiteren ornithologischen Highlights.

Eisvogel-Triplette
Dr. Mart Beise

Nach einer wunderprächtigen Woche verabschieden wir uns mit dem Abbau der Netze von der Saison 2020 und bedanken uns bei allen Helfer*innen, die die Saison 2020 trotz erschwerter Bedingungen möglich gemacht haben.

Charlotte & Flo

Rotkehlcheneinflug und Kranichzug

Kranichzug

Schon am Montag zeigte sich der Oktober mit 15°C und Sonne von seiner guten Seite, doch der Dienstag entpuppte sich als der goldene Oktober schlecht hin: Sonne, wenig Wind, 23°C – beste Voraussetzungen für einen guten Fangtag…

Die erste Kontrolle um 7:45 Uhr war dann auch gleich sehr vielversprechend: 25 Erstberingungen – davon (gefühlt) 25 Rotkehlchen. In Wahrheit waren es 19. Die Fangzahlen rissen auch erstmal nicht ab, so dass es flugs 13 Uhr wurde… das Ziel waren 80 Fänge und keine Nullrunde!

Suchbild: Fledermaus (vermutl. Großer Abendsegler) mitten am hellichten Tag

Ab 11 Uhr gab es Zielkonflikte: einerseits die Vögel aus den Netzen pulen und andererseits den Blick gen Himmel erheben um die Scharen an Kranichen, Bläßgänse, Ringeltauben, Mäusebussarde, Sperber und vieles mehr zu beobachten, wie sie teils lauthals Richtung Süden trompeteten.

3 Kraniche auf dem Weg nach Afrika

Um 12 Uhr dann das Highlight im Netz – ein junges Sperbermännchen. Aber auch sonst bot der Tag Abwechslung neben den Rotkehlchen: Wintergoldhähnchen, Schwanzmeisen, Bartmeise, dicke Teichrohrsänger, Rotdrosseln und drei Amseln wurden beringt.

Sperber juv. M

Am Ende des Tages waren sicher mehr als 5.000 Kraniche über die Reit gezogen, 20 Sperber konnte ich zwischendrin zählen und um die 1.000 Bläßgänse und 8.000 Ringeltauben.

Bartmeise M

Um 17:13 Uhr dann der Verlust des ersten Tagesziels – doch eine Nullrunde.

Wintergoldhähnchen M

Um 20:00 Uhr dann der Verlust des zweiten Tagesziels – doch “nur” 76 Fänge.

Wer hat mehr Respekt vor dem anderen? Stefan mit juv. Sperbermännchen

Trotzdem war es ein sehr gelungener Tag. Nebenbei war Zeit die Kinder zu kärchern (nackig im Oktober in der Reit hat man ja auch nicht jedes Jahr), Apfelkompott herzustellen und Apple-Crumble zu verzehren… mit Eis, versteht sich.

Heidelibelle