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Rotkehlcheneinflug und Kranichzug

Kranichzug

Schon am Montag zeigte sich der Oktober mit 15°C und Sonne von seiner guten Seite, doch der Dienstag entpuppte sich als der goldene Oktober schlecht hin: Sonne, wenig Wind, 23°C – beste Voraussetzungen für einen guten Fangtag…

Die erste Kontrolle um 7:45 Uhr war dann auch gleich sehr vielversprechend: 25 Erstberingungen – davon (gefühlt) 25 Rotkehlchen. In Wahrheit waren es 19. Die Fangzahlen rissen auch erstmal nicht ab, so dass es flugs 13 Uhr wurde… das Ziel waren 80 Fänge und keine Nullrunde!

Suchbild: Fledermaus (vermutl. Großer Abendsegler) mitten am hellichten Tag

Ab 11 Uhr gab es Zielkonflikte: einerseits die Vögel aus den Netzen pulen und andererseits den Blick gen Himmel erheben um die Scharen an Kranichen, Bläßgänse, Ringeltauben, Mäusebussarde, Sperber und vieles mehr zu beobachten, wie sie teils lauthals Richtung Süden trompeteten.

3 Kraniche auf dem Weg nach Afrika

Um 12 Uhr dann das Highlight im Netz – ein junges Sperbermännchen. Aber auch sonst bot der Tag Abwechslung neben den Rotkehlchen: Wintergoldhähnchen, Schwanzmeisen, Bartmeise, dicke Teichrohrsänger, Rotdrosseln und drei Amseln wurden beringt.

Sperber juv. M

Am Ende des Tages waren sicher mehr als 5.000 Kraniche über die Reit gezogen, 20 Sperber konnte ich zwischendrin zählen und um die 1.000 Bläßgänse und 8.000 Ringeltauben.

Bartmeise M

Um 17:13 Uhr dann der Verlust des ersten Tagesziels – doch eine Nullrunde.

Wintergoldhähnchen M

Um 20:00 Uhr dann der Verlust des zweiten Tagesziels – doch “nur” 76 Fänge.

Wer hat mehr Respekt vor dem anderen? Stefan mit juv. Sperbermännchen

Trotzdem war es ein sehr gelungener Tag. Nebenbei war Zeit die Kinder zu kärchern (nackig im Oktober in der Reit hat man ja auch nicht jedes Jahr), Apfelkompott herzustellen und Apple-Crumble zu verzehren… mit Eis, versteht sich.

Heidelibelle

Von Eisvögeln und Eis im Netz

Das Wetter hielt in dieser Woche vom 05.-12. Oktober 2019 wirklich alles bereit: Nach regnerischem Auftakt am Samstag verriet uns das Knirschen der ersten Schritte auf den raureifverzierten Stegen am Sonntagmorgen den nächtlichen Kälteeinbruch. Trotzdem gab es einen kurzen Moment der Verblüffung, als die Tautropfen sich nicht wie gewohnt aus den Netzen schütteln ließen, sondern wie kleine Diamanten daran festgefroren waren.

Später kamen mit den wärmenden Sonnenstrahlen dann auch die Vögel: unter anderem zwei Eisvögel, zwei Bartmeisen und zwei gemischte Meisentrupps, und so konnten wir am Ende des Tages ganze 52 Fänglinge verbuchen.

Auch der Montagmorgen war wieder frostig – diesmal nicht als Tropfen, sondern als feine Reifschicht, welche die Schilfnetze fast weiß erscheinen ließ. Fangtechnisch punktete dieser Morgen dann auch eher durch Klasse statt Masse: ein flauschiges Bartmeisenmännchen erfreute uns ebenso wie ein adultes Eisvogelweibchen, das mit den Eiskristallen um die Wette glitzerte.

Der Rest der Woche brachte mildere Temperaturen bei wahlweise Regen, Wind und/oder Sonne sowie weitere schöne Fangmomente, wie z. B. zwei kämpferische Buntspechte, einen friedlichen Erlenzeisig oder farbenfrohe Rotdrosseln.

Insgesamt konnte wir nicht nur 167 Vögel aus 21 Arten beringen, sondern uns auch an Käfern, Libellen und vielfältigen Pilzen erfreuen.

Die Geräuschkulisse aus Gänseschwärmen und ziehenden Kranichtrupps sowie das Panorama spektakulärer Himmelsfärbungen überm Schilf bescherten uns immer wieder schöne Moment.

Unser Fazit zum Schluss: Auf der Reit ist es zu jeder Jahreszeit immer wieder schön! Herbstliche Grüße von Fee und Iris.

3 Tollpatsche in der Reit

Kein Tag verging, ohne dass etwas auf den Boden fiel oder einer von uns neben die Stege trat. Ob Kaffee beim täglichen Frühstück mit Volker verschüttet oder Käse beim Abendessen auf den Boden geschmissen wurde, zu jeder Tageszeit entstanden lustige Situationen, die unseren Ruf als tollpatschigste Stationsbesetzung festigten. Denn unglücklicherweise waren wir so gut wie nie ohne Zeugen. Natürlich haben wir uns sehr über den zahlreichen Besuch gefreut, der uns die Woche hindurch begleitete. Der gesellschaftliche Höhepunkt fand Freitagabend mit dem alljährlichen Kässpätzle-Gelage statt, zu dem rund 15 Personen die Reit stürmten.

4,5kg Röstzwiebeln in the making

Neben den sehr netten menschlichen Gästen hatten wir auch wunderschönen ornithologischen Besuch. Am Montagabend zogen über 80 Wespenbussarde teilweise nur wenige Meter über unsere Köpfe und sorgten bei uns auf dem Turm für einen Gänsehautmoment.

Ins Netz gingen uns diese Woche natürlich auch einige erwähnenswerte Highlights: 3 Blaukehlchen, 2 Eisvögel gleichzeitig in einer Kontrolle, 1 Goldammer, 1 Kleinspecht, 1 Schafstelze, 2 Trauerschnäpper und 1 Wasserralle.

Doppeltes Eisvögelchen

Rätselvogel … 😉

Kleinspecht

Liebenswerter Trauerschnäpper

Empörter Buntspecht, kurz vor dem Angriff.

Wir hatten eine schöne Zeit in einem tollen Team!

Annika & Carola & Fee

 

P.S.: Unsere liebste Nachspeise: Apple Crumble

Zutaten:
180g Butter
180g brauner Zucker (alternativ weißer Zucker)
300g Mehl
Zimt
so viele Äpfel wie man gerne hätte
Mandelblättchen

Zubereitung:
Äpfel pflücken, waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die restlichen Zutaten vermengen und daraus Streusel formen. Die Apfelstücke in eine backfeste Form geben und darüber die Streusel und danach die Mandelblättchen streuen. Nach einer knappen halben Stunde im Ofen bei ca. 180°C Umluft könnt ihr euren Nachtisch (am besten warm) mit Sahne verzehren.

Guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren! 🙂