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Herbst im Juli

Die ersten zehn Tage der Saison sind vorüber und das Fazit fällt durchwachsen aus. Die Fangzahlen (oder “das n”) sind um rund 30% niedriger als in den vorangegangenen Jahren. Vor allem die Rohrsänger scheinen Probleme mit dem Frühjahr gehabt zu haben. Teilweise fangen wir noch Vögel, die mitten im Brutgeschäft sind und insgesamt fehlt scheinbar fast eine komplette Rohrsänger Generation “2016.1”. Hoffentlich sind die Zweitbruten erfolgreicher!

Für einen kurzen Überblick über das bisherige Fangergebnis, habe ich hier mal die Auswertungsliste des Beringungsprogramms für euch:

fangzahlen1 fangzahlen2

Auch das Wetter spielt nur bedingt mit, teilweise sitzen wir hier fröstelnd vor dem Ofen und trocknen unsere klamme bis klatschnasse Kleidung – Regen, Wind und kühle Temperaturen lassen einen fast vergessen, dass eigentlich Sommer ist! Aber hin und wieder zeigte sich auch blauer Himmel und der Wind war gnädig und schenkte uns ein paar ruhige Stunden.

Um über die etwas enttäuschenden Fangzahlen hinwegzukommen, konzentrieren wir uns gerne auf die schönen Gäste, die wir schon hatten, ganz nach dem Motto “Klasse statt Masse”. Unter anderen freuten wir uns an Beutelmeise und Waldbaumläufer.

Beutelmeise IMG_0106-1

Außerdem zeigen die Maßnahmen des Frühjahrs mindestens einen positiven Effekt: Wir fangen fröhlich Blaukehlchen jeden Alters und Geschlechts.

Junges BlaukehlchenUnd auch über “Alltags-Vögel” kann man sich sehr freuen, wenn sie so herausgeputzt sind, wie diese Rauchschwalbe und der Buchfink.

Adulte RauchschwalbeBuchfink

Zu guter Letzt gibt es noch einen kleinen Gruß vom neuen Turm, auf dem man wie gewohnt hervorragend Sonnenuntergänge genießen kann … 🙂

Tschüss Sonne.

Die Saison 2016 ist eröffnet!

Nach einem arbeitsreichen Frühjahr kam der 30. Juni dieses Jahr mal wieder völlig überraschend und urplötzlilch aus dem Nichts, aber inzwischen ist es offiziell: Die Fangsaison 2016 hat begonnen!

WIe bereits geschildert, wurden umfangreiche Umbauten an der Station getätigt, der Beobachtungsturm und der Steg auf den Kanal wurden neu gebaut und große Anteile der Schilfflächen im Gebiet gemäht (siehe voriger Eintrag im Blog).

Die Freude über diese beiden Neuzugänge ist zwar riesig (vor allem die neue Turmtreppe gefällt ausnehmend gut), aber am 30. Juni wurden wir um zwanzig nach fünf relativ hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: In der ersten Kontrolle des Jahres: sieben Vögel. Nach etwas erstaunten und ungläubigen Blickwechseln hofften wir, wenigstens in der nächsten Kontrolle den gewohnten Start-Ansturm verzeichnen zu können, doch mit sechzehn Vögeln (davon eine mittelgroße Meisenfamilie) wurden unsere Vorstellungen doch deutlich verfehlt.

Die etwas traurige Ausbeute des ersten Fangtags 2016 lautet demnach: 82 Erst- und Kontrollfänge. Von den hoffnungsvollen Wunschzahlen am Vortag, die teils weit über die 100 hinaus gingen, mussten wir uns schon gegen Mittag verabschieden. Leider kann man auch das Wetter nicht für die maue Ausbeute verantwortlich machen: Mit rund 20Grad, bedecktem Himmel und leichtem bis mäßig starkem Wind konnten wir uns durchaus nicht beklagen.

Aber immerhin wurden wir mit einigen schönen Arten belohnt: Direkt am Fangsteg scheint ein Neuntöter-Pärchen zu brüten, sowohl das Männchen als auch das Weibchen gingen uns bereits in den ersten drei Kontrollen des Jahres ins Netz.

Neuntöter

Außerdem freuten wir uns über Blaukehlchen und Goldammer.

Goldammer

 

Blaukehlchen

Leider verzeichnen wir wieder einmal eine verschwindend geringe Anzahl Rohrsänger (bis jetzt haben wir mehr Schilfrohrsänger gefangen, als Sumpf- und Teichrohrsänger zusammen). Bis jetzt sind Blaumeisen und Mönchsgrasmücken die führenden Arten, aber das Spektrum kann sich bis jetzt durchaus sehen lassen:

Amsel, Singdrossel, Buntspecht, Kohl-, Weiden- und Schwanzmeise, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Buchfink, Grünfink, Nachtigall, Gartenrotschwanz, Klappergrasmücke, Zilpzalp, Fitis, Gartenbaumläufer, Rotkehlchen, Eisvogel, …

Die neue Saison beginnt – Maßnahmen im NSG

Der Winterschlaf in der Reit ist vorbei. Langsam, langsam bahnt sich der Frühing an. Es ist Zeit für Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet, die die Vorfreude auf die neue Saison einleiten.

Rund um die Stationsgebäude wurde bereits fleißig gewerkelt: Erlen und Weiden wurden zurückgeschnitten, Feuerholz gespalten und der Beobachtungsturm “freigelegt”.

Turm_VorbereitungDa der Turm bereits über 20 Jahre alt ist, ist es nun an der Zeit ihn zu renovieren. Für diese Baumaßnahme mussten alle Rankpflanzen zurückgeschnitten werden. Im März wird mit den Arbeiten begonnen. Wir freuen uns sehr, dass dies von der Schülerfirma Mügge Holz Bau aus der Veddel übernommen wird. Gefördert wird diese Maßnahme von der Ernst-Commentz-Stiftung. Besonderer Dank natürlich auch an den NABU für die reibungslose Abwicklung und Unterstützung! Über die Arbeiten werden wir natürlich hier berichten…

Das ist allerdings noch lange nicht Alles, was derzeit in der Reit passiert/passiert ist.

Pistenraupe bei der ArbeitEin Teil, der bis zu 30 Jahre alten, Röhrichtbestände wurde gemäht. Wie hier auf dem Bild zu sehen, wurde die Fläche hinter dem “Reitteich” und einige Abschnitte in den beiden Fanggärten gemäht.

Diese Maßnahme war nötig, um die Habitatbedingungen für zahlreiche Vogelarten zu verbessern. Alte Röhrichtbestände bieten aufgrund ihres hohen Knickschilfanteils, kaum noch geeignete Brutmöglichkeiten. Durch die Mahd sollen verjüngte Bereiche geschaffen werden, die für viele Brutvogelarten wieder besiedelbar sind.

Hier noch einige Eindrücke…

Endlich einmal schöne Wintersonne über der Reit

Pistenraupe beim Materialtransport

DANK an alle Helfer und Helferinnen!