Herbst auf der Reit


Vom 16. bis zum 23. Oktober haben wir, das sind Iris, Luise, Rahel und Steffi, eine schöne Herbstwoche auf der Forschungsstation verbracht. Herbstlich abwechslungsreich waren das Wetter (von strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel über Herbststurm „Ignatz“ bis hin zu anhaltendem Dauerregen) und natürlich auch die Netzfunde. 

Zu Iris großer Freude dominierten Blaumeisen die Netzkontrollen und widerlegten gleich mehrmals erfolgreich den Trugschluss, dass an regnerischen Tagen grundsätzlich weniger Vögel unterwegs sind: Unsere Rekordrunde belief sich an einem besonders von Starkregen geprägten Tag auf sage und schreibe 23 Blaumeisen in einer Kontrolle, welche (vom Regen leicht feucht geworden) allesamt zunächst trockengeföhnt und dann beringt wurden. Auch sonst blieb uns das Meisenglück nicht vorenthalten, sodass neben Kohl- und Blaumeisen auch eine Weidenmeise, eine Schwanzmeise und sogar eine Tannenmeise, die sich eigentlich kaum in diesem Gebiet aufhält, beringt werden konnten – nur die Bartmeisen blieben leider aus. Rotdrosseln und Erlenzeisige machten das herbstliche Bild komplett. Ein Highlight war eine abendliche Rohrammer, die zu unserem Erstaunen bereits einen Ring trug, der nicht etwa von der Reit, sondern von der Vogelwarte Sempach in der Schweiz stammte. Der Vogel hat also bereits mehrere hundert Kilometer hinter sich! 

Insgesamt haben wir in dieser Woche 18 Vogelarten beringt:

Amsel, Blaumeise, Buchfink, Erlenzeisig, Heckenbraunelle, Kohlmeise, Mönchsgrasmücke, Rohrammer, Rotdrossel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Singdrossel, Tannenmeise, Teichrohrsänger, Weidenmeise, Wintergoldhähnchen, Zaunkönig, Zilpzalp

Aber nicht nur Vögel fanden ihren Weg ins Netz: auch reichlich Laub und äußerst hartnäckige Erlenzapfen hielten uns auf Trab. Zudem mussten wir einige Insekten aus dem Netz befreien: neben farbenfrohen Großlibellen und Hornissen wartete eines Morgens ein ganz besonderer Fund in der untersten Netztasche auf uns: ein Großer Kolbenwasserkäfer – mit einer stattlichen Größe von bis zu fünf Zentimetern der größte Wasserkäfer Europas! Der Käfer ist aufgrund von Habitatverlust heutzutage selten geworden und steht unter Naturschutz. In Thüringen wird er auf der Roten Liste sogar als „ausgestorben oder verschollen“ geführt, in nahezu allen anderen Bundesländern mindestens als „gefährdet“. Beringt wurde er allerdings nicht! 😉

Trotz häufiger Fänge gab es immer wieder Nullrunden, sodass auch viel Zeit für andere Dinge blieb. So wurden zahlreiche Äpfel von den Apfelbäumen vor der Tür zu Apfelbrot, Apple Crumble und 13 Gläsern Apfelmus verarbeitet. 

Insgesamt waren es sehr schöne Tage auf der Reit und wir freuen uns aufs nächste Jahr! 

Iris, Luise, Rahel und Steffi


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