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Saisonstart 2019: Auf die Netze, fertig, los!

Unaufhaltsam nähert sich der Zeiger dem Rotkehlchen, das bereits auf seinen Einsatz wartet. Noch drei, zwei, eins… Pieeep! Das Trällern der Vogeluhr um 5 Uhr eröffnet die Reit-Saison 2019. Während der Rest der Welt noch schläft, schwingen wir uns auf die frisch aufgepumpten Fahrräder und düsen im Halbschlaf ins Gebiet (Kopf einziehen beim Kirschbaum!). Jetzt wird’s spannend. Welche Vögel erwarten uns? Wer fällt als erstes vom Steg? Haben wir uns mit genügend Autan gegen die Mücken gewappnet?

Mitten in diese Überlegungen platzt das Schillern in Netz 44, wo die Sonne blaue und orangene Federn zum Leuchten bringt: Der erste Ring der Saison geht an einen Eisvogel. Was für ein Auftakt. Am Ende des heißen Tages mit 35 Grad steht das “n“ bei genau 100 Vögeln und auf unserem Tisch eine riesige Pfanne mit Pasta für das gesamte Helferteam. Nach dem Froschkonzert fallen wir ins Bett und träumen davon, verhedderte Zilpzalpe aus dem Netz zu pulen. Das soll in der gesamten Woche unsere Lieblingsübung werden – auf der Artenliste steht der Zilpzalp mit 78 Fängen mit Abstand auf Platz 1. Im Vorjahr waren es in der gleichen Woche nur halb so viele. Mit Abstand folgen dann Mönchsgrasmücke (45 Fänge) und Teichrohrsänger (27 Fänge).

Trotz aufkommendem Wind und sinkenden Temperaturen (der Ofen funktioniert!) haben dann auch die weiteren Tage einiges zu bieten, so dass wir insgesamt bei rund 300 Vögeln landen. Teich- Sumpf- und Schilfrohrsänger sowie Rohr- und Feldschwirle turnen durchs Schilf, Buntspechte, Gimpel und Gartenbaumläufer gehen in die Waldnetze. An der Station selbst füttern Grauschnäpper und Zaunkönig eifrig ihren Nachwuchs und lassen sich auch von frühstückenden Beringern nicht abhalten.

Es ließe sich noch so viel schreiben über eine tolle Woche in der Reit, aber nun ist auch schon wieder Kontrolle 🙂 Also nur ganz kurz: Vielen vielen Dank an alle, die uns geholfen haben – sowohl beim Beringen als auch als Besuch mit mitgebrachten Köstlichkeiten!

Liebe Grüße, Anne und Thomas

Blättervogel und Apfelpizza

Unsere Woche lässt sich wohl am besten mit dem Wort ABWECHSLUNGSREICH beschreiben. Von Regen über Wind bis Sonne war alles dabei, und so waren auch unsere Beobachtungen auf und abseits der Stege. Auf einen Tag mit 12 Vögeln im Netz folgte ein Tag mit 43 Vögeln. Auf kalte, verregnete Tage folgten warme, sonnige Tage zum Abschied.

Highlights auf den Stegen waren zwei Bekassinen, eine Zwergschnepfe, ein Eisvogel und ein Grünspecht. Daneben bescherte uns am fangreichen Donnerstag ein Meiseneinflug ausreichend Beschäftigung mit 13 Schwanzmeisen in einer Kontrolle. Bei den fiependen, zappelnden Beuteln im Beringerraum konnte einem nur das Herz aufgehen.

Für besonders viele Lacher sorgte ein sorgfältig eingebeutelter Blättervogel. Selbstgebackene Cookies, Apfelkuchen und Apfelpizza halfen uns dabei, nicht zu verhungern (eher im Gegenteil…).

Bei 20 °C saßen wir gemütlich auf dem Turm (und das im Oktober!), von wo aus sich Fischadler, Zwergtaucher, Eisvögel, Höckerschwäne und einige andere Vögel beobachten ließen.

Wir hatten eine schöne Zeit und uns hat schon jetzt das Reit-weh gepackt!

Irene, Maike und Annika

Bekassine

Zwergschnääpfe
Grünspecht
Eisvogel
Schwanzmeise
13 Schwanzmeisen, 1 Rotkehlchen, 2 Zilpis, 1 Zaunkönig und 1 Blaumeise

Fette Fänge am Freitag

Nach einer eher durchwachsenen Woche des Vogelfanges (insgesamt hatten wir nur acht Runden mit mehr als zwei gefangenen Vögeln und die meisten davon am Ende der Woche; gesamte Individuenzahl war 133), hatten dafür die letzten 31 Stunden es in sich! Das Rechnerprogramm, das für die Eintragung der Messungen bei der Beringung benutzt wird, zeigte oft an, dass das Gewicht “außerhalb der Toleranz” lag – bei vier Vögeln mit einer Fettstufe 6 und dazu weiteren acht Individuen mit der Fettstufe 4 oder 5 zeigt sich doch deutlich, dass Arten wie Rauchschwalbe, Teich- oder Schilfrohrsänger zum Zug bereit sind. Am Samstag erreichte dann eine Mönchsgrasmücke den Rekord mit einer Fettstufe von 7!

Ein weiterer “fetter” Fang – leider aber nur hinsichtlich des Sensationswertes (und nicht hinsichtlich der Energiereserven) – konnten wir ebenfalls am Freitag im ersten Kontrollgang machen. Ein junges Tüpfelsumpfhuhn konnte gerade so noch im Netz gehalten (es flog schon einmal aus dem Netz heraus) und mit zur Beringungsstation genommen werden.
Zu Beginn der Woche wurde allerdings mit Grünspecht und Gartenrotschwanz auch schon ein Wunsch erfüllt und in der allerletzten Kontrolle am Samstag wurde dann auch der dritte Wunsch nach einem Eisvogel erfüllt – direkt doppelt mit zwei Eisvögeln an einem ungewöhnlichen Netz: sie hingen beide in der hinteren Anlage direkt am Eingang.
3x hatten wir auch eine Bekassine am oder im Netz – leider haben wir sie nicht fangen können. Einmal drehte sie 30cm vor dem Netz in einer andere Richtung ab, das zweite Mal flog sie von einer Netztasche raus und in die nächste rein, bevor sie wieder rausflog und an einem weiteren Netz abprallte und entgültig wegflog und beim dritten Mal lag sie ruhig im Netz, aber flog dann aus dem Netz heraus, als sie beim
ersten Kontrollgang angeleuchtet wurde.

Highlight der Woche – ein junges Tüpfelsumpfhuhn

Weiße Flecken am Körper verraten die Art und am Kopf das Alter

Zwei junge Gimpel – möglicherweise Brüder?!

Neben diesen Fängen gab es vor allem vom Besichtigungsturm aus auch ziehende Vögel zu bestaunen. Kormorane, Kraniche, Wespenbussarde, Baum- und Wanderfalken sowie Baumpieper, Krickenten und Schafstelzen haben die längeren Pausen ohne gefangenen Vogel sehr versüßt.
Versüßt haben uns die Woche auch viele Besucher/Innen und die Pflaumen- und diverse Apfelbäume an der Station, dessen Früchte wir in Form von Kompott, Kuchen oder Crumble genießen durften.

Am Ende war es eine schöne, sehr abwechslungsreiche Woche in der Reit!

Wolfgang, Jean-Louis & Behrend

Fetter Fang im Bruchwald

Reihernte – gefangen am 15.8.2018

Auf der Reit werden normalerweise eher kleine Vögel wie Rohrsänger und Laubsänger gefangen und beringt. Große Vögel wie Rallen und Eulen können sich oft selbst aus den engmaschigen Netzen befreien, wenn sie nicht gleich gegriffen werden.

Um so größer war die Überraschung, als am Mittwochabend gegen 20 Uhr eine weibliche Reiherente in der unteren Netztasche saß und gefangen werden konnte. Für die Reit war es erst die dritte Beringung in diesem Jahrtausend nach je einer Reiherente in 2001 und 2009. Auch im Jahr 1996 wurde hier nach der Datenbank am PC eine Reiherente gefangen.

Interessanterweise waren die letzten Reiherenten alle in demselben Netz, das über einen Wasserlauf gespannt ist (“Eisvogelnetz”). Nicht so unsere – sie war in “Netz 80” am Rande des Bruchwaldes. Was die Reiherente dort zu suchen hatte, bleibt ihr Geheimnis.

Beringt wurde sie mit einem großen Metallring, der viel größer war, als die Ringe, die wir sonst benutzen. Kein Wunder, denn die Reiherente wog mehr als 600 Gramm und hatte eine Flügellänge von fast 20 Zentimetern. Zum Vergleich: Der Zilpzalp, den wir direkt vorher beringt haben, wog nur 7 Gramm und hatte eine Flügellänge von rund 5 cm.

Niklas, Mio, Dagmar und Dominic

Ein Braunkehlchen und ein junger Specht

Heute, am 14. August 2018, hatten wir um 7:00 Uhr morgens gleich drei spannende Vögel im Netz: Graunschnäpper, Gelbspötter und Braunkehlchen.

Braunkehlchen haben in ihrem Bestand in Mitteleuropa leider stark abgenommen. Sie werden auf der Reit nur in geringer Zahl beringt, zuletzt im September 2016. Das hat aber auch etwas damit zu tun, dass Braunkehlchen selten weit im Schilf anzutreffen sind.

Nachmittags hat uns ein junger Buntspecht sehr gefreut.

Dagmar, Niklas, Mio und Dominic

Freudensprünge an Netz 77

Wir sind seit Samstag, den 11.8.2018, auf der Reit. Die besonders von den Kindern am  meisten ersehnte Art war der Eisvogel. Heute Nachmittag war es so weit: Ein diesjähriger Eisvogel wurde im Japannetz gefangen und zur weiteren Datenaufnahme (Vermessen, Wiegen, usw.) in die Station gebracht. Die Freude war bei uns allen groß. Der Eisvogel trug übrigens bereits einen Metallring der Vogelwarte Helgoland. Denn er war auf der Reit Anfang August von einem der letzten Teams beringt worden. Egal was uns noch ins Netz geht, der Eisvogel wird sicher ein Höhepunkt unseres Stationsaufenthaltes bleiben.

Viele Grüße, Dagmar, Niklas, Mio und Dominic

36 Grad und es wird noch heißer… Unsere Woche vom 21. – 28. Juli 2018

Für die Reit braucht man keine dicken Pullis, Regenjacke oder Gummistiefel? In dieser Woche zumindest nicht. Das Thermometer außen am Beringerraum kletterte auf über 38°C, im Raum selber war es gefühlt noch viel heißer. Ab Dienstag haben wir ab 11.00 Uhr bis etwa 18.00 Uhr halbstündig kontrolliert, in den kurzen Zeiten dazwischen konnten wir nur sitzen/liegen und SCHWITZEN!

Dem Wetter entsprechend haben wir auch gefangen: Wir hatten insgesamt etwa 230 Erstfänge (am meisten Teichrohrsänger, gefolgt von Sumpfrohrsänger und Zilpzalp), um die 40 Wiederfänge und 9 Kontrollen.

Unsere Highlights waren ein über fünfjähriger Teichrohrsänger, eine Waldohreule, ein Schlagschwirl und zwei Drosselrohrsänger.

Gefreut haben wir uns natürlich auch über Buntspecht, Blaukehlchen, Buchfink, Gartenbaumläufer und alle anderen. Zur Komplettierung hatten wir am letzten Tag auch noch einen Eisvogel im Netz.

Peter, Mareile & Rina mit den “Stationshunden” Tobi & Kalle

(Fast) alle Vögel sind schon da…

Eine wunderschöne Woche mit vielen Fängen, ganz viel Spaß und lustigen Gesprächen nähert sich dem Ende. Nach einem super Fangtag am Sonntag mit 50 Fängen folgten zwei weitere gute Fangtage. Durch den starken Wind am Mittwoch wurden lediglich 18 Vögel gefangen.

Absolutes Highlight der Woche waren zwei Buntspechte und der lang ersehnte Eisvogel. Auch der tägliche Besuch von dem “Stations-Igel” hat uns jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert 🙂

 

Beringungen: 207 Erstfänge, 33 Wiederfänge und fünf Kontrollfänge, davon einer mit belgischem Ring, aus insgesamt 30 Arten

Artenliste (* = nur Beobachtung):
Vögel:
Höckerschwan*, Graugans*, Kanadagans*, Stockente*, Schnatterente*, Reiherente*, Blessralle*, Wasserralle*, Graureiher*, Kormoran*, Eisvogel, Seeadler*, Mäusebussard*, Sperber (mit Beute)*, Rohrweihe*, Baumfalke*, Kuckuck (immerhin mehrere Federn im Netz)*, Buntspecht, Grünspecht*, Grünfink, Buchfink, Zilpzalp, Fitis, Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Klappergrasmücke, Dorngrasmücke, Gelbspötter, Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger, Schilfrohrsänger, Rohrschwirl, Feldschwirl, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Misteldrossel*, Singdrossel, Amsel, Rotkehlchen, Blaukehlchen, Blaumeise, Kohlmeise, Schwanzmeise, Sumpfmeise, Gimpel*, Eichelhäher*, Rauchschwalbe*, Mehlschwalbe*, Rohrammer, Grauschnäpper, Gartenrotschwanz, Gartenbaumläufer

Und sonst so:
Federmotte, Grasglucke, Goldeule, Schwan, Igel, Rötelmaus, Spitzmaus, Grasfrosch, Erdkröte, Tigerschnegel, Gelbrandkäfer, Aaskäfer, Wegschnecke, Plattbauch, Azurjungfer

Auge in Auge mit dem Buntspecht

Sonnenuntergang

Höckerschwan

Schnecke

Misteldrossel

Stations-Igel

Grünfink, diesjährig

Gartenbaumläufer

Frosch

Blaukehlchen