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Herbststimmung

Herbststimmung

Nach dem großartigen 15. Oktober folgten drei gemischte Tage. Viel Regen (Pegel gestiegen von 91 cm auf 94 cm), Wind und aber auch schöne Herbststimmung wechselten sich ab.

Die Reit läuft (endlich) aus

Nachdem am Mittwoch die von Volker bestellte Regenhose eintraf, konnte das neue Wehr in Funktion gehen und der (viel zu hohe Wasserstand) abgebaut werden. Die Querstege von Netz 70 tauchten wieder auf!

Pilz auf Pilz

Der viele Regen sorgte dafür, dass selbst die Pilze von Pilzen überzogen wurden und der Reit-Ofen fast ununterbrochen feuerte. Damit konnte wenigstens in der Bude die Feuchtigkeit reduziert werden (auf gefühlt 5-10%).

Wintergoldhähnchen-Paar

Natürlich fingen wir weiterhin Rotkehlchen und Wintergolghähnchen.

Grünfink ad. M
Bekassine
Buchfink ad., M
Heike mit Bartmeisen

Sehr erfreut waren wir über weitere Bartmeisen, eine Bekassine, einen Grünfink und einen Buchfinken.

Heike mit Schwanzmeisenfamilie

Die obligatorische Schwanzmeisenfamilie beehrte uns ebenfalls.

Schwan auf Bombenkrater

Einige Tage wurde der Bombenkrater im Fanggarten 1 von einen juvenilen Schwan besetzt, der jeden Kontrollgang-Kontrolleur mit einem wütenden Fauchen begrüßte.

Wind sorgte für Blätter

Der Wind am Freitag sorgte für Blätter (Bild aufgenommen nach einer Stunde blätterfreiem Netz) und vielen Überschlägern…

Wir freuten uns über den Ofen

Apfelkompott, Apfelmuß, Apfelkuchen, Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Apfel pur, Apfel im Müsli, Apfel, Apfel, Apfel!

Hier noch ein Link zu einem Eisvogel-Video.

Rotkehlcheneinflug und Kranichzug

Kranichzug

Schon am Montag zeigte sich der Oktober mit 15°C und Sonne von seiner guten Seite, doch der Dienstag entpuppte sich als der goldene Oktober schlecht hin: Sonne, wenig Wind, 23°C – beste Voraussetzungen für einen guten Fangtag…

Die erste Kontrolle um 7:45 Uhr war dann auch gleich sehr vielversprechend: 25 Erstberingungen – davon (gefühlt) 25 Rotkehlchen. In Wahrheit waren es 19. Die Fangzahlen rissen auch erstmal nicht ab, so dass es flugs 13 Uhr wurde… das Ziel waren 80 Fänge und keine Nullrunde!

Suchbild: Fledermaus (vermutl. Großer Abendsegler) mitten am hellichten Tag

Ab 11 Uhr gab es Zielkonflikte: einerseits die Vögel aus den Netzen pulen und andererseits den Blick gen Himmel erheben um die Scharen an Kranichen, Bläßgänse, Ringeltauben, Mäusebussarde, Sperber und vieles mehr zu beobachten, wie sie teils lauthals Richtung Süden trompeteten.

3 Kraniche auf dem Weg nach Afrika

Um 12 Uhr dann das Highlight im Netz – ein junges Sperbermännchen. Aber auch sonst bot der Tag Abwechslung neben den Rotkehlchen: Wintergoldhähnchen, Schwanzmeisen, Bartmeise, dicke Teichrohrsänger, Rotdrosseln und drei Amseln wurden beringt.

Sperber juv. M

Am Ende des Tages waren sicher mehr als 5.000 Kraniche über die Reit gezogen, 20 Sperber konnte ich zwischendrin zählen und um die 1.000 Bläßgänse und 8.000 Ringeltauben.

Bartmeise M

Um 17:13 Uhr dann der Verlust des ersten Tagesziels – doch eine Nullrunde.

Wintergoldhähnchen M

Um 20:00 Uhr dann der Verlust des zweiten Tagesziels – doch “nur” 76 Fänge.

Wer hat mehr Respekt vor dem anderen? Stefan mit juv. Sperbermännchen

Trotzdem war es ein sehr gelungener Tag. Nebenbei war Zeit die Kinder zu kärchern (nackig im Oktober in der Reit hat man ja auch nicht jedes Jahr), Apfelkompott herzustellen und Apple-Crumble zu verzehren… mit Eis, versteht sich.

Heidelibelle

Von Eisvögeln und Eis im Netz

Das Wetter hielt in dieser Woche vom 05.-12. Oktober 2019 wirklich alles bereit: Nach regnerischem Auftakt am Samstag verriet uns das Knirschen der ersten Schritte auf den raureifverzierten Stegen am Sonntagmorgen den nächtlichen Kälteeinbruch. Trotzdem gab es einen kurzen Moment der Verblüffung, als die Tautropfen sich nicht wie gewohnt aus den Netzen schütteln ließen, sondern wie kleine Diamanten daran festgefroren waren.

Später kamen mit den wärmenden Sonnenstrahlen dann auch die Vögel: unter anderem zwei Eisvögel, zwei Bartmeisen und zwei gemischte Meisentrupps, und so konnten wir am Ende des Tages ganze 52 Fänglinge verbuchen.

Auch der Montagmorgen war wieder frostig – diesmal nicht als Tropfen, sondern als feine Reifschicht, welche die Schilfnetze fast weiß erscheinen ließ. Fangtechnisch punktete dieser Morgen dann auch eher durch Klasse statt Masse: ein flauschiges Bartmeisenmännchen erfreute uns ebenso wie ein adultes Eisvogelweibchen, das mit den Eiskristallen um die Wette glitzerte.

Der Rest der Woche brachte mildere Temperaturen bei wahlweise Regen, Wind und/oder Sonne sowie weitere schöne Fangmomente, wie z. B. zwei kämpferische Buntspechte, einen friedlichen Erlenzeisig oder farbenfrohe Rotdrosseln.

Insgesamt konnte wir nicht nur 167 Vögel aus 21 Arten beringen, sondern uns auch an Käfern, Libellen und vielfältigen Pilzen erfreuen.

Die Geräuschkulisse aus Gänseschwärmen und ziehenden Kranichtrupps sowie das Panorama spektakulärer Himmelsfärbungen überm Schilf bescherten uns immer wieder schöne Moment.

Unser Fazit zum Schluss: Auf der Reit ist es zu jeder Jahreszeit immer wieder schön! Herbstliche Grüße von Fee und Iris.

Punktlandung eines Furchenschwimmers und immer noch kein Zaunkönig!

Der Freitagmorgen begann sehr vernebelt, lediglich die weißen Höckerschwäne waren zu sehen, im Gegensatz zu ihrem grauen Nachwuchs.
Nebel weg, – Vögel da! Pustekuchen! Trotz angenehmer Flugtemperaturen fingen wir erstaunlich wenig Vögel und nicht eine neue (Wochen-)Art.

Die Mittagspause verlief dann anders als erwartet, denn nervöse Blicke auf die Smartphones ließen kaum Entspannung zu. Geographisch unweite Meldungen von ziehenden Rotfußfalken führten zu hektischen Griffen zum Fernglas und zu permantenten Blicken gen Himmel bei Greifalarm.

Ein ziehender Baumfalke konnte sicher bestimmt werden, weitere verdächtige Falken zogen leider zu weit westlich der Reit durchum genaueres sagen zu können….

Die Wärme sorgte nicht nur bei uns für ständigen Durst. Ein kleiner Wasserkärfer (vermutlich ein Gemeiner Furchenschwimmer) schaffte es trotz Vordach per Punktlandung ins rettende Nass eines Wasserglases. Nur gut dass man immer erst schaut, was da so schwimmt, bevor man trinkt…

Nun denn, am Samtag sollte Ablösung sein und unsere Woche schon zu Ende gehen. Mit geringen Erwartungen für den letzten Morgen startete dann die Hälte der Besatzung zur ersten Runde. Doch für eine Überraschung ist immer Zeit. Es lag tatsächlich ein erhofter neuer Vogel im Netz: eine Bekassine!
Die Bilanz des Samstagvormittags:
1x Blaumeise
1x Teichrohrsänger
1x Sumpfrohrsänger
1x Eisvogel (der Klassiker diese Woche)
1x Bekassine
Tolles Finale! Besatzung mehr als zufrieden!

Beste Grüße und vielleicht auch bei einigen bis nächstes Jahr,
Flo, Sabrina, Simon und Henrieke

Punktlandung Gemeiner Furchenschwimmer (?) ins Wasserglas
Bekassine in ganzer Pracht
Bekassine im Portrait
Blaumeise (fast handzahm)


30 Grad und Jörch sagt Gewitter

Es wird immer heißer in Hamburg. Leider sorgt das auch für nur wenige Vögel im Netz. Einziger Lichtblick: Jeden Tag haben wir mindestens drei neue Arten dabei: Neuntöter (diesjährig), Schilfrohrsänger, Rohrammer, Heckenbraunelle und endlich auch mal Mönchsgrasmücken (wenn sie auch zu den häufigsten Arten hier gehören, sind sie dieses Jahr nur selten im Netz). Der kleinste König fehlt auch leider immer noch …

Die größte Mittagshitze lässt sich gerade so aushalten, besonders gut jedoch, wenn über hundert Wespenbussarde über die Reit ziehen, begleitet von vier Fischadlern. Da wird sogar der Turm erklommen und alle stehen mit Fernglas zum Zählen bereit. Aber auch mit spektakulär großen Insekten lässt sich die Zeit vetreiben. Mittlere Weinschwärmer Raupen fallen vom Turm und spätere Besatzungen werden wohl das Glück haben, dann auch die hübschen rosa Nachtfalter zu bestaunen. Auch Sumpfschrecken und einige Libellen lassen sich in den Netzen im Fanggarten bewundern.

Gottseidank gab es dann gegen Spätnachmittag auch die ersehnte von einem gewissen Jörg K. (Betreiber einer Wetter-App) Abkühlung mit spektakulären Blitzen und Donnergrollen, zumindest in der Ferne. Über der Reit ein kleines Regenloch. Das Heupferd konnte sich noch vor dem Regen unter das Stationsdach retten.

Das schlimmste Wetter ist wohl überstanden und wir hoffen, dass durch die etwas kühleren Temperaturen (25°C) in den nächsten Tagen mal etwas mehr in die Netze gehen wird, sodass auch die Neuberinger noch reichlich Erfahrungen sammeln können.

Zwinkernde Waldohreule 😉
Eisvogel Nr. 8 in dieser Woche (alle unberingt)!
Ziehende Wespenbussarde über der Reit (Netze leider zu niedrig)
Junger Neuntöter
Grünes Heupferd sucht bei uns Schutz vor dem Gewitter
Fette Raupe vom Mittleren Weinschwärmer

Tote Hose mit wenigen Lichtblicken

Nach vier Tagen ist die erste Hälfte unserer Reitwoche nun zu Ende. Bei durchgehend über 30 Grad und etwas Wind wollten noch nicht all zu viele Vögel von uns beringt werden. Immerhin sind die wenigen Vögel die wir fangen meist unterschiedliche Arten. Neben den üblichen Verdächtigen wie Teichrohrsänger, Zilpzalp und Rotkehlchen, wurden auch vier Eisvögel und als Highlight gestern morgen eine Waldohreule beringt. Mal sehen was noch so kommt.

Henrike, Simon, Sabrina & Flo

Saisonstart 2019: Auf die Netze, fertig, los!

Unaufhaltsam nähert sich der Zeiger dem Rotkehlchen, das bereits auf seinen Einsatz wartet. Noch drei, zwei, eins… Pieeep! Das Trällern der Vogeluhr um 5 Uhr eröffnet die Reit-Saison 2019. Während der Rest der Welt noch schläft, schwingen wir uns auf die frisch aufgepumpten Fahrräder und düsen im Halbschlaf ins Gebiet (Kopf einziehen beim Kirschbaum!). Jetzt wird’s spannend. Welche Vögel erwarten uns? Wer fällt als erstes vom Steg? Haben wir uns mit genügend Autan gegen die Mücken gewappnet?

Mitten in diese Überlegungen platzt das Schillern in Netz 44, wo die Sonne blaue und orangene Federn zum Leuchten bringt: Der erste Ring der Saison geht an einen Eisvogel. Was für ein Auftakt. Am Ende des heißen Tages mit 35 Grad steht das “n“ bei genau 100 Vögeln und auf unserem Tisch eine riesige Pfanne mit Pasta für das gesamte Helferteam. Nach dem Froschkonzert fallen wir ins Bett und träumen davon, verhedderte Zilpzalpe aus dem Netz zu pulen. Das soll in der gesamten Woche unsere Lieblingsübung werden – auf der Artenliste steht der Zilpzalp mit 78 Fängen mit Abstand auf Platz 1. Im Vorjahr waren es in der gleichen Woche nur halb so viele. Mit Abstand folgen dann Mönchsgrasmücke (45 Fänge) und Teichrohrsänger (27 Fänge).

Trotz aufkommendem Wind und sinkenden Temperaturen (der Ofen funktioniert!) haben dann auch die weiteren Tage einiges zu bieten, so dass wir insgesamt bei rund 300 Vögeln landen. Teich- Sumpf- und Schilfrohrsänger sowie Rohr- und Feldschwirle turnen durchs Schilf, Buntspechte, Gimpel und Gartenbaumläufer gehen in die Waldnetze. An der Station selbst füttern Grauschnäpper und Zaunkönig eifrig ihren Nachwuchs und lassen sich auch von frühstückenden Beringern nicht abhalten.

Es ließe sich noch so viel schreiben über eine tolle Woche in der Reit, aber nun ist auch schon wieder Kontrolle 🙂 Also nur ganz kurz: Vielen vielen Dank an alle, die uns geholfen haben – sowohl beim Beringen als auch als Besuch mit mitgebrachten Köstlichkeiten!

Liebe Grüße, Anne und Thomas

Fette Fänge am Freitag

Nach einer eher durchwachsenen Woche des Vogelfanges (insgesamt hatten wir nur acht Runden mit mehr als zwei gefangenen Vögeln und die meisten davon am Ende der Woche; gesamte Individuenzahl war 133), hatten dafür die letzten 31 Stunden es in sich! Das Rechnerprogramm, das für die Eintragung der Messungen bei der Beringung benutzt wird, zeigte oft an, dass das Gewicht “außerhalb der Toleranz” lag – bei vier Vögeln mit einer Fettstufe 6 und dazu weiteren acht Individuen mit der Fettstufe 4 oder 5 zeigt sich doch deutlich, dass Arten wie Rauchschwalbe, Teich- oder Schilfrohrsänger zum Zug bereit sind. Am Samstag erreichte dann eine Mönchsgrasmücke den Rekord mit einer Fettstufe von 7!

Ein weiterer “fetter” Fang – leider aber nur hinsichtlich des Sensationswertes (und nicht hinsichtlich der Energiereserven) – konnten wir ebenfalls am Freitag im ersten Kontrollgang machen. Ein junges Tüpfelsumpfhuhn konnte gerade so noch im Netz gehalten (es flog schon einmal aus dem Netz heraus) und mit zur Beringungsstation genommen werden.
Zu Beginn der Woche wurde allerdings mit Grünspecht und Gartenrotschwanz auch schon ein Wunsch erfüllt und in der allerletzten Kontrolle am Samstag wurde dann auch der dritte Wunsch nach einem Eisvogel erfüllt – direkt doppelt mit zwei Eisvögeln an einem ungewöhnlichen Netz: sie hingen beide in der hinteren Anlage direkt am Eingang.
3x hatten wir auch eine Bekassine am oder im Netz – leider haben wir sie nicht fangen können. Einmal drehte sie 30cm vor dem Netz in einer andere Richtung ab, das zweite Mal flog sie von einer Netztasche raus und in die nächste rein, bevor sie wieder rausflog und an einem weiteren Netz abprallte und entgültig wegflog und beim dritten Mal lag sie ruhig im Netz, aber flog dann aus dem Netz heraus, als sie beim
ersten Kontrollgang angeleuchtet wurde.

Highlight der Woche – ein junges Tüpfelsumpfhuhn

Weiße Flecken am Körper verraten die Art und am Kopf das Alter

Zwei junge Gimpel – möglicherweise Brüder?!

Neben diesen Fängen gab es vor allem vom Besichtigungsturm aus auch ziehende Vögel zu bestaunen. Kormorane, Kraniche, Wespenbussarde, Baum- und Wanderfalken sowie Baumpieper, Krickenten und Schafstelzen haben die längeren Pausen ohne gefangenen Vogel sehr versüßt.
Versüßt haben uns die Woche auch viele Besucher/Innen und die Pflaumen- und diverse Apfelbäume an der Station, dessen Früchte wir in Form von Kompott, Kuchen oder Crumble genießen durften.

Am Ende war es eine schöne, sehr abwechslungsreiche Woche in der Reit!

Wolfgang, Jean-Louis & Behrend