Archiv für den Monat: September 2020

Gackernde Hühner und der Hahn im Korb

12.-19. September 2020:

Im Resumé: Wir haben viel gelacht (gegackert) und gefangen! Direkt am ersten Tag auf der Station ging uns ein Highlight ins Netz: Der Grünspecht!

Anna mit Grünspecht

Beschwingt von diesem Fang wurden wir mit Bekassine, Buntspecht und vielen Eisvögeln (sieben insgesamt!) verwöhnt. Als die “Highlight-Welle” allmählich versiegte, merkten wir, dass wir von nun an etwas für unser Glück tun müssten. Mit Fallen und Haferflocken zogen wir los, um die Wasserralle zu fangen, die schon provokant im Schilf quiekte. Trotz sieben Fallen kein Erfolg. Als sich jedoch Thomas nach getaner Arbeit an der hiesigen Klärgrube erschöpft und mit Matsch bespränkeltem weißen Hemd auf unserer Bank ausruhte, bekam unser Fangprojekt Rückenwind. Er bot uns an, Maden zu besorgen, wenn wir ihm dafür einen Apfelkuchen backen. Der Deal nahm Gestalt an und am nächsten Tag stand Thomas mit zwei Behältern stinkenden (wie die Wasserralle sagen würde: “duftenden”) Maden vor uns. Wir waren hoch motiviert, bastelten und optimierten verschiedenste Maden-Halterungen. Vor Schreck, gefressen zu werden, verpuppten sich die Maden. Die Haferflocken machten auch die Fliege und mit der Wildkamera entlarvten wir den nächtlichen Dieb.

Inflagranti erfischt!

Doch Richard freute sich über den Deal, denn schon bald kam ein duftender Apple Crumble aus dem Ofen. Als Thomas schließlich kam, war das Blech jedoch schon blank…

Und am letzen Tag versuchte ein Sperber früh morgens an den Netzen sein Fangglück- Aber den Glücksfang hatten wir!

“Der frühe Beringer fängt den Sperber”

Strahlend wie unsere Gesichter, wenn wir mal wieder einen Vogel in den Händen hielten, war auch das Wetter: Täglich Sonne mit sommerlichen 30°C Höchsttemperatur. Da machten auch die Vögel Siesta! Mit durchschnittlich 20 Piepmätzen am Tag hatten wir viel Zeit, das üppige Bücherreservoir der Station zu wälzen. Als die Temperaturen ab Ende der Woche wieder sanken und wir den ersten Bodenfrost hatten, erlebten wir den Kranichzug: Am Donnerstag zogen ca. 1000 Kraniche laut trompetend über unseren Köpfen hinweg. Jetzt kann der Herbst kommen!

Der Hahn im Korb (Netz)

Liebe Grüße von Kerstin, Richard und Anna

Schöne Herbstwoche in der Reit

Die letzten Pflaumen wurden samt Äpfeln zu Crumble verarbeitet. (Für Richard, das ist eine Art Streuselkuchen ohne Kuchen.)

Neben den Kochtätigkeiten ([zu?] viel Salat) hatten wir auch etwas Zeit für Ornithologie.

Nach den zahlreichen Sichtungen abfliegender Bekassinen hatten wir auch einmal Glück und Fangerfolg.

Tada:

Bekassine kurz vor dem Abflug nach Starterlaubnis.

Da uns die Beringungsarbeiten noch nicht ausgelastet haben, wurden am Mittwoch die Freischneider geschwungen. Beide Fanggärten besitzen nun wieder englischen Rasen (Torfmoos), ums Haus wurde gemäht und Richard sorgte für Ausblick aus dem Beringungszimmer auf den See.

Hinterer Fanggarten nach der Pflege.

Natürlich haben wir diese Tätigkeiten hauptsächlich für unsere Nachfolger durchgeführt. Doch auch führt uns lohnte sich es noch am Donnerstag Morgen:

Juveniler Neun(-finger)töter

Wieder durften wir eine schöne Woche auf der Reit verleben mit neuen kulinarischen Köstlichkeiten, guten Gesprächen über Gott und die Welt und VÖGEL! und den gezeigten zwei Highlights.

Richard, Max und Jean-Louis