Archiv für den Monat: Juli 2016

Der Sommer ist da – eine Zwischenbilanz

Nach viel Sturm, Regen und herbstlichen Temperaturen ist nun endlich der Sommer nach Hamburg gekommen. Insbesondere seitdem der Wind sich gelegt hat sind die Fangzahlen auch deutlich besser. So kann es doch weitergehen!

Hier mal eine kleine Übersicht über die Beringungen der letzten 10 Jahre (30.06. – 24.07.):

FangzahlenIm Mittel wurden in den letzten 10 Jahren 1099 Vögel im gewählten Zeitraum beringt. In diesem Jahr liegen wir also knapp 280 Vögel unter dem Durchschnitt. Für die Wetterverhältnisse der letzten Wochen sicher in Ordnung… mit 45 verschiedenen Arten können wir bislang auch sehr zufrieden sein. Gestern konnten wir der “Liste” eine Schafstelze, einen Feldschwirl und einen Kleinspecht hinzufügen.

KleinspechtBeeindruckend war auch ein 2008 (!) beringter Sumpfrohrsänger. Was der in seinem Leben wohl schon so alles gesehen hat?

sumpfrohrsängerVermutlich auch schon so einige Sonnenaufgänge in der Reit 🙂 …

Morgenstimmung

 

 

Herbst im Juli

Die ersten zehn Tage der Saison sind vorüber und das Fazit fällt durchwachsen aus. Die Fangzahlen (oder “das n”) sind um rund 30% niedriger als in den vorangegangenen Jahren. Vor allem die Rohrsänger scheinen Probleme mit dem Frühjahr gehabt zu haben. Teilweise fangen wir noch Vögel, die mitten im Brutgeschäft sind und insgesamt fehlt scheinbar fast eine komplette Rohrsänger Generation “2016.1”. Hoffentlich sind die Zweitbruten erfolgreicher!

Für einen kurzen Überblick über das bisherige Fangergebnis, habe ich hier mal die Auswertungsliste des Beringungsprogramms für euch:

fangzahlen1 fangzahlen2

Auch das Wetter spielt nur bedingt mit, teilweise sitzen wir hier fröstelnd vor dem Ofen und trocknen unsere klamme bis klatschnasse Kleidung – Regen, Wind und kühle Temperaturen lassen einen fast vergessen, dass eigentlich Sommer ist! Aber hin und wieder zeigte sich auch blauer Himmel und der Wind war gnädig und schenkte uns ein paar ruhige Stunden.

Um über die etwas enttäuschenden Fangzahlen hinwegzukommen, konzentrieren wir uns gerne auf die schönen Gäste, die wir schon hatten, ganz nach dem Motto “Klasse statt Masse”. Unter anderen freuten wir uns an Beutelmeise und Waldbaumläufer.

Beutelmeise IMG_0106-1

Außerdem zeigen die Maßnahmen des Frühjahrs mindestens einen positiven Effekt: Wir fangen fröhlich Blaukehlchen jeden Alters und Geschlechts.

Junges BlaukehlchenUnd auch über “Alltags-Vögel” kann man sich sehr freuen, wenn sie so herausgeputzt sind, wie diese Rauchschwalbe und der Buchfink.

Adulte RauchschwalbeBuchfink

Zu guter Letzt gibt es noch einen kleinen Gruß vom neuen Turm, auf dem man wie gewohnt hervorragend Sonnenuntergänge genießen kann … 🙂

Tschüss Sonne.

Vogelzahlen ausbaufähig – Zeit für Schlemmereien

Das Wetter könnte besser sein, die Fangzahlen auch (um die 30-40 Erst-/Kontrollfänge pro Tag), deshalb muss man sich ja auf andere Art und Weise belohnen!

Carola’s alljährliches Original-Reiter-Käsespätzle-Gelage!

Früh begannen die Vorbereitungen: Unmengen Zwiebeln wurden geschnitten und gebrutzelt. Stunden später erreichten sie ihren gewünschten Bräunungsgrad. Die geheime Käseauswahl wurde geraspelt und der Teig gefertigt.

Voller Einsatz: Handgeschabte Spätzle für 12 Personen!!

Zwiebeln Schaben

 

essen

Ran an die Teller! Vollgestopft und glücklich!!! 🙂

Die Saison 2016 ist eröffnet!

Nach einem arbeitsreichen Frühjahr kam der 30. Juni dieses Jahr mal wieder völlig überraschend und urplötzlilch aus dem Nichts, aber inzwischen ist es offiziell: Die Fangsaison 2016 hat begonnen!

WIe bereits geschildert, wurden umfangreiche Umbauten an der Station getätigt, der Beobachtungsturm und der Steg auf den Kanal wurden neu gebaut und große Anteile der Schilfflächen im Gebiet gemäht (siehe voriger Eintrag im Blog).

Die Freude über diese beiden Neuzugänge ist zwar riesig (vor allem die neue Turmtreppe gefällt ausnehmend gut), aber am 30. Juni wurden wir um zwanzig nach fünf relativ hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: In der ersten Kontrolle des Jahres: sieben Vögel. Nach etwas erstaunten und ungläubigen Blickwechseln hofften wir, wenigstens in der nächsten Kontrolle den gewohnten Start-Ansturm verzeichnen zu können, doch mit sechzehn Vögeln (davon eine mittelgroße Meisenfamilie) wurden unsere Vorstellungen doch deutlich verfehlt.

Die etwas traurige Ausbeute des ersten Fangtags 2016 lautet demnach: 82 Erst- und Kontrollfänge. Von den hoffnungsvollen Wunschzahlen am Vortag, die teils weit über die 100 hinaus gingen, mussten wir uns schon gegen Mittag verabschieden. Leider kann man auch das Wetter nicht für die maue Ausbeute verantwortlich machen: Mit rund 20Grad, bedecktem Himmel und leichtem bis mäßig starkem Wind konnten wir uns durchaus nicht beklagen.

Aber immerhin wurden wir mit einigen schönen Arten belohnt: Direkt am Fangsteg scheint ein Neuntöter-Pärchen zu brüten, sowohl das Männchen als auch das Weibchen gingen uns bereits in den ersten drei Kontrollen des Jahres ins Netz.

Neuntöter

Außerdem freuten wir uns über Blaukehlchen und Goldammer.

Goldammer

 

Blaukehlchen

Leider verzeichnen wir wieder einmal eine verschwindend geringe Anzahl Rohrsänger (bis jetzt haben wir mehr Schilfrohrsänger gefangen, als Sumpf- und Teichrohrsänger zusammen). Bis jetzt sind Blaumeisen und Mönchsgrasmücken die führenden Arten, aber das Spektrum kann sich bis jetzt durchaus sehen lassen:

Amsel, Singdrossel, Buntspecht, Kohl-, Weiden- und Schwanzmeise, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Buchfink, Grünfink, Nachtigall, Gartenrotschwanz, Klappergrasmücke, Zilpzalp, Fitis, Gartenbaumläufer, Rotkehlchen, Eisvogel, …