Archiv für den Monat: September 2016

Sonne, Sonne, Sonne.

Leider mit reichlich Verspätung, aber besser spät als nie, hier noch ein kurzer Eintrag zu Anfang September 🙂

Der übergeordnete Vogelverteiler hat eindeutig dafür gesorgt, dass wir uns nicht überarbeiten mussten: wahnsinnige 121 Erstfänge, 17 Wiederfänge und 2 Kontrollfänge haben wir abbekommen. Immerhin, um dem Ruf des Schilfgebiets gerecht zu werden, war unsere häufigste Art der Teichrohrsänger… ob das nun ein Grund zur Freude ist, ist fragwürdig, denn darunter befanden sich zwei gerade frisch flügge gewordene Jungvögel und einige zwar etwas ältere, dafür aber äußerst schlecht genährte Diesjährige. Es drängte sich uns manchmal die bange Erkenntnis auf, dass die alle eher schlecht auf den baldigen Zug in den Süden vorbereitet sind … Allerdings war gemäß der Fangzahlen ja auch nichts von Zug zu spüren, vielleicht lagen wir mit unseren dunklen Mutmaßungen also auch voll daneben und es ist alles einfach nur ein wenig später dieses Jahr?

Dank Annikas fleißiger Beine hatten 2/3 – ¾ unseres Teams wenig Probleme mit frustrierenden Nullkontrollen. Und die recht gut besetzten ersten Kontrollen entschädigten für das frühe aufstehen. Unsere Highlights waren unter anderem zwei Braunkehlchen, zwei Eisvögel, ein Feldsperling und ein Buntspecht.

Auch abseits der Beringung hatten wir ein abwechslungsreiches Programm. Gestartet sind wir Sonntags mit einem regenreichen und deswegen etwas schlecht besuchten Familientag, der uns tagelang mit bestem Kuchen versorgte. Außerdem sorgte die Erinnerung an einen schrägen Moment die ganze Woche über noch für viel Gelächter – auf der Suche nach Löffeln begibt man sich nämlich neuerdings erstmal in die Tiefen der Werkstatt, anstatt in die Küche … („Wo ist denn nur mein Löffel? Verdammt nochmal!“ 😉 ).

 

Mit Beginn der neuen Woche, brach dann glücklicherweise eine Schönwetterperiode an, so dass unsere Enttäuschung über die etwas ungerechte Vogelverteilung nicht allzu groß ausfiel. Man konnte gar nicht genug Zeit frei haben, um in der Sonne zu dösen, den spielenden Enten, dem Wespenbussardzug, dem fischenden Fischadler und dem kolibrihaften Eisvogel vom Turm aus zuzugucken. Der blaue Himmel und die schönen Beobachtungen halfen auch, über weniger schöne Tiefschläge hinwegzukommen, wie Fahrradstürze und den immer noch nicht gefangenen Grünspecht, sowie die Bekassine, die offensichtlich Spaß daran hatte, vor den Kontrolleuren die Fangstege auf- und abzufliegen. So verging die Zeit bis zum traditionsreichen Kässpätzleschmaus am Freitagabend schneller als gedacht.

Schön wars! 🙂

Saskia, Annika, Carola

So lässt’s sich leben

Bevor der erste Sonnenstrahl unsere Hütte erreicht,

Sind wir längst wach, auch wenn nicht leicht,

Auf der Suche nach Vögeln in den Netzen,

Ohne einen Fuß neben den Steg zu setzen.

Das klappt mal und mal nicht so ganz,

Das Gleichgewicht ist mehr ein Tanz.

Und trotzdem lag der Wunsch uns nah,

Dass man ein, zwei, drei Vögel sah.

Das Gefühl des Zilpzalps in der HandIMG-20160828-WA0006_klein

War mir bisher ganz unbekannt.

Ein Wendehals am ersten Tag

Ist etwas, das wohl jeder mag.

Am selben Tag noch ein Buntspecht.

Als Start ist das wirklich nicht schlecht.

All die Rohrsänger und GrasmückenIMG-20160829-WA0010_klein

Können von Nahem sehr entzücken.

Gimpel, Fitis und Blaukehlchen,

Amseln, Ammern und Rotkehlchen,

IMG-20160902-WA0003

IMG-20160830-WA0041Rauchschwalbe, Enten und viel mehr,

Über alle freu ich mich so sehr.

Auch Meisen, die Finger zerpicken,

Natürlich auch das Netzeflicken.

Das Wetter war mal gut, mal nicht.

Der Eisvogel, sonst häufig Pflicht,

Wollte sich nicht blicken lassen

(Erst jetzt bekam ich ihn zu fassen).

20160904_093303_klein

Ein Abenteuer, welches ich bestritt,

Mit einem tollen Team zu dritt.

Wir spielten, lachten, aßen Kuchen,

Waren am Eulen- und Kuckucksuchen.

 

IMG-20160830-WA0032

Ich habe so viel erlebt und gelernt,

Erinnerung, die sich nie entfernt.

Zum ersten Mal bin ich jetzt da

Und komme nun wieder jedes Jahr.

Nicht vergleichbar mit anderen Dingen,

Das ist die Liebe am Vogelberingen.

Denn die Vogelfaszination

Ist hier die größte Sensation!